Donnerstag, 8. Dezember 2016

Das Leben ist kein Zweizeiler von Friedrich Kalpenstein [Rezension]

Mit dem Autoren Friedrich Kalpenstein habe ich nun erstmals ein Liebesroman von einem männlichen Autor gelesen. Die weiblichen Autoren in diesem Genre überwiegen, so war ich sehr gespannt auf dieses Buch und ob es einen Unterschied gibt, zwischen dem Geschlecht der Autoren.
Inhalt:
Alexander ist Autor und geschieden. Gemeinsam mit seinem Rauhaardackel Leo wohnt er in München. Seit seinem Bestseller hindert ihn eine Schreibblockade, an diesen Erfolg anzuknüpfen. Mit dem Schreiben von Groschenromanen hält er sich zwischenzeitlich über Wasser.
»Ein Single, der sich auf den Weg macht, die große Liebe zu finden«, das soll der Inhalt seines neuen Bestsellers sein. Getrieben von dieser Idee stürzt er sich auf den Singlemarkt. Natürlich rein zur Recherche. Unterstützt wird er hierbei von Michaela, einer langjährigen Freundin und Psychologin, die in Alexander eine Art Projekt sieht. Ob Alexander zu seiner alten Form zurückkehrt und auf die Frau seines Lebens trifft …?
Und als erstes muss ich feststellen, das es keine Rolle spielt, ob ein Liebesroman von einem Autor oder einer Autorin geschrieben wurde. Diesen Inhalt hätte keine Autorin so gut beschreiben können. Dieses Buch unterscheidet sich von alles Liebesromanen, die ich bislang gelesen habe, denn bei keinem musste ich so oft Lachen und schmunzeln.
Nicht nur, dass der Autor sein den Beruf des Autoren auf die Schippe nimmt, auch die Suche nach der Traumfrau beschreibt er mit einem zwinkernden Auge. Allein das Setting: Alexander – Autor, geschieden und Herrchen des Rauhaardackel Leo, dessen Sorgerecht er sich mit seiner Ex-Frau teilen muss, ist schon ein Ausgangspunkt der vielversprechend ist. So steckt Alexander nicht nur in einer Schaffenskrise, sondern bemerkt, dass es schön wäre eine Partnerin zu haben. Auf der Suche begleiten wir ihn und erleben mit Alexander zusammen die unterschiedlichsten Möglichkeiten Kontakte zu knüpfen, das geht über Internetportale über Speedating. Mit viel Humor und lustigen Erlebnissen garniert war das Buch für mich ein vergnüglicher Lesespaß, bei dem ich oft Lachen musste.
Titel: Das Leben ist kein Zweizeiler
Autor: Friedrich Kalpenstein
Verlag: Amazon Publishing
Format: Taschenbuch
Umfang: 262 Seiten
ISBN: 978-1503936447
Preis: 9,99€
eBook: 4,99 €

Freitag, 25. November 2016

Himmelhorn von Volker Klüpfel / Michael Kobr [Rezension]



Je länger Autoren eine Serie fortsetzen, desto gespannter kann der Leser sein, ob die Qualität von den Autoren beibehalten wird. Mit Himmelhorn haben die Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr den neunten Fall um den Kommissar Kluftinger herausgebracht. Vor allem die ersten Bücher haben mir so gut gefallen, dass ich auch alle weiteren lesen
wollte. Doch bei dem achten Fall „Grimbart“ gefiel mir die Geschichte nicht mehr so gut wie die Vorgänger, umso gespannter war ich bei diesem Buch, ob es mir wieder mehr zusagt.
Inhalt:
Der neunte Fall der Bestseller-Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr führt den Kult-Kommissar Kluftinger in die Allgäuer Alpen, genauer gesagt auf das Himmelhorn, einen der gefährlichsten Berge des Allgäus. Natürlich liebt Klufti die Berge – wenn sie kässpatzenförmig auf seinem Teller aufragen. Doch der neueste Streich von Gesundheitsfetischist Langhammer befördert den Kommissar samt E-Bike tief in die Allgäuer Alpen, wo die beiden prompt auf drei Leichen stoßen: ein bekannter Dokumentarfilmer und zwei einheimische Bergführer, die einen Film über die Erstbesteigung des Himmelhorns drehen wollten. Wie es scheint, waren sie dem als äußerst gefährlich geltenden Gipfel nicht gewachsen. Die Ermittlungen im Umfeld der Toten führt Klufti in sehr abgelegene Alpentäler und zu deren starrköpfigen Bewohnern, die noch wortkarger sind als er.
 
Obwohl es eine Weile her ist, dass ich das letzte Buch um Kommissar Kluftinger gelesen habe, war ich sofort in der Geschichte wieder drin. Der Kriminalfall an sich bildet immer eine abgeschlossene Handlung, doch die Nebengeschichten, wie z.B. die Freundschaft zu Dr. Langhammer und Frau ziehen sich wie ein roter Faden durch die Serie.
Doch dieses macht die Buchserie für mich so sympatisch. So lerne ich Kluftinger und seine Familie, die Langhammers und die Kollegen immer näher kennen, vor allem in ihren Eigenarten, die allzu menschlich sind. Und dies auch Facettenreich. Bei der Fahrradtour mit Dr. Langhammer zeigt sich wieder, dass Kluftinger eigentlich keine Lust dazu hat, doch gegen die Phalanx aus dem Ehepaar Langhammer und seiner Frau nicht drumherum kam. Doch einmal unterwegs packt ihn der Ehrgeiz. Und auch dabei zeigt sich wieder ein typischer Kluftinger : Langhammer gibt einen Tipp? - Hah Kluftinger weiß schon wie es geht... mit allen möglichen Folgen,....
Eher zufällig stolpern die beiden über eine Leiche und Kluftinger hat wieder einen neuen Fall. Doch war es Mord oder doch ein tragischer Bergunfall?
Während Kluftingers Kollegen sehr schnell von einem Bergunfall überzeugt sind, lassen Kluftinger einige Details keine Ruhe und er ermittelt weiter….
Dabei zeigt sich in diesem Buch eine Mischung von Krimifall und Privates und persönliches der Hauptpersonen, bei dem der Krimifall sehr häufig in den Hintergrund gerät. Dieses verdichtet die Atmosphäre des Buches, wird dadurch doch eine unaufdringliche Darstellung des Allgäus seiner Bewohner, sowie die Höhen und Tiefen des menschlichen Lebens vermittelt. Auch die unterschiedlichsten Charaktere wie Langhammer, Butzele und Kluftingers Kollegen komponieren die Autoren, so dass ein Vielfalt von Charakteren entsteht, die sich mal entgegenstehen und mal ergänzen.
Zusammen mit den trockenen, ironischen Dialogen oder Gedankengegängen von Kluftinger, bildet dies ein höchst vergnügliches Gemisch.
Mein persönliches Fazit: von der ersten bis zur letzten Seite ein großes Lesevergnügen!
Titel: Himmelhorn
Autor: Volker Klüpfel / Michael Kobr
Reihe: Kommissar Kluftinger
Verlag: Droemer
Format: gebundene Ausgabe
Umfang: 480 Seiten
ISBN: 978-3734160950
Preis: 19,99€
eBook: 14,99 €
zum Buch beim Verlag


In freundlicher Kooperation mit DroemerKnaur

Dienstag, 22. November 2016

Die Midkemia – Saga 1: Der Lehrling des Magiers von Raymond Feist [Rezension]


Die Midkemia – Saga ist für mich eine neue Fantasy-Serie, obwohl sie eigentlich schon zu den großen Werken der klassischen Fantasy Literatur zählt. Nun bringt der Blanvalet die Saga neu heraus. Bislang jedoch nur die ersten drei Bücher der Midkemia – Saga. Ich hoffe, dass auch die anderen Bücher als Neuauflage im Taschenbuchformat erscheinen und nicht nur als ebooks. Denn mittlerweile sind die Preise für die alten Ausgaben zum Teil sehr hoch.
Inhalt:
Das Königreich Rillanon befindet sich im Krieg. Doch nicht nur der Feind von außen bedroht den Frieden, denn Intrigen und Verrat beherrschen den Königshof, und so wird viel zu spät auf die Invasion reagiert. Der Magierlehrling Pug und sein bester Freund, der junge Krieger Tomas, wissen nichts von den Geschehnissen bei Hofe. Für sie bedeutet dieser Krieg eine Möglichkeit, sich zu beweisen und vielleicht sogar Ruhm zu erlangen – bis sie Teil der Intrigen werden und den wahren Schrecken des Krieges begegnen.
 
Mit diesem Auftaktband hat Raymond Feist einen fesselnden und spannenden Start hingelegt. Ich bin so in das Buch eingetaucht, dass ich es in kürzester Zeit durchgelesen habe. Da der Autor eine eigene Welt schafft, waren für mich die Karten vorne und hinten im Buch sehr hilfreich während des Lesens. So konnte ich mich schnell zurechtfinden und die Welt leichter verstehen, denn diese ist ausgeklüget, aber auch verworren. Gerade hatte ich das Gefühl die Welt zu verstehen, da schafft er es mich wieder zu verwirren, in dem gänzlich neue Figuren bzw. Wesen aus einer anderen Welt auftauchen. Diese erhöhen die Komplexität, aber auch das Lesevergnügen.
An manchen Stellen wird sehr detailliert das Geschehen beschrieben, mal eine abenteuerliche Reise, dann wieder ein Kriegsgefecht. Doch dazwischen schafft Raymond Feist es elegant mehrere Jahre zu überspringen um so die Handlung in ihren Abläufen zu straffen und das Tempo zu erhöhen.
Das Buch bildet einen Serienauftakt. Daher bleiben naturgemäß einige Fragen offen. Soweit ich es (nach Beendigung des Buches) verstanden habe, wurde auch hier ein englisches Buch im Rahmen von zwei deutschen Büchern herausgegeben. In diesem Fall bedeutet es aber nicht, dass man zwingend beide Bücher gelesen haben muss, sondern dieses Buch kann auch für sich alleine stehen ohne ein allzuoffenes Ende.
Was das Buch für mich so herausragend macht, ist die durchdachte Handlung und Welt. Im kleinen die politischen Intrigen und Kämpfe an einem Hof, die sich dann ausweiten, auf die nächste Ebene auf die politische Ebende der Region – des Landes – der Welt, ebenso die politischen Intrigen, die im Kleinen, aber auch im Großen beschrieben werden. So geht es um den Krieg bei Crydee, bei den Elben, bei den Zwergen – der dann aber auch zeigt, dass es eigentlich nicht mehrere kleiner Kriege sind, sondern ein großer zwischen zwei Welten.
Die ganze Geschichte beginnt klein und wird langsam großer, unmerklich und verständlich. Dadurch wird das Buch immer spannender und actionreicher und zwar in allen Welten, wie so nach und nach zum Vorschein kommt.
 
Titel: Die Midkemia – Saga 1: Der Lehrling des Magiers
Autor: Raymond Feist
Reihe: Die Midkemia Saga
Verlag: Blanvalet
Format: Taschenbuch
Umfang: 480 Seiten
ISBN: 978-3734160950
Preis: 10,99€
eBook: 9,99 €
zum Buch beim Verlag


In freundlicher Kooperation mit RandomHouse

Freitag, 18. November 2016

Rissiges Eis von Axel Hollmann [Rezension]


Der Autor Axel Hollmann ist einer der neuen Autoren des Autorensofas. Das Autorensofa ist ein Autorenkollektiv von Selfpublishern, die versuchen ihre Bücher ohne die Marketingmaschinerie eines Verlages zu vermarkten.

Persönlich kennen lernen durfte ich Axel Hollmann auf dem Stand des Autorensofas während der Frankfurter Buchermesse. Sein dort ausgestelltes Buch „Rissiges Eis“ hat mich sofort angesprochen.

Inhalt:

Seit Lea Kopp nach einem vermeintlichen Selbstmordversuch aus den eiskalten Fluten der Berliner Spree gerettet wurde, sind die letzten Wochen ihres Gedächtnisses ausgelöscht. In welcher Beziehung steht sie zu dem fremden Mann, der sich um sie zu sorgen scheint? Warum ist ein Kommissar des LKAs hinter ihr her? Und vor allen Dingen, weshalb wollte sie sich das Leben nehmen? Die Ungewissheit treibt die Studentin in dunkle Abgründe ihrer Vergangenheit und schließlich muss sie sich dem Gedanken stellen, ihre beste Freundin ermordet zu haben.

Doch dann erhält Lea durch einen Anruf den Hinweis, dass sie nur ein Stein in einem tödlichen Spiel sein könnte.

Nachdem ich nun eine kleine Leseflaute hatte, war das Buch eines, das mich dort rausgeholt hat. Ich habe es angefangen, ohne war von der Geschichte gefesselt. Ich mochte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Innerhalb kürzester Zeit habe ich es durchgelesen.

Schon der Beginn des Buches, bei dem Lea in einer eiskalten Winternacht unter einer Eisschicht treibt und gerettet wird. Das alleine ist schon eine gruselige Vorstellung. Doch war es tatsächlich Selbstmord? Oder ein Unfall? Durch eine Amnesie kann Lea sich an den letzten Monat vor ihrer Rettung nicht mehr erinnern.

Der Klinikpsychologe Dr. Buchholz ist fest von einem Selbstmordversuch Leas überzeugt. Dennoch bleibt das Gefühl, dass er wichtiges verschweigt!

Und warum ist Kommissar Wegner der Meinung, dass Lea ihre Freundin Isabell umgebracht hat? Isabell ist verschwunden – aber wohin? Worüber hat Lea mit Isabell bei Ihrem letzten Treffen gestritten?

Als dann noch Vince auftaucht, Leas angeblicher Freund, mit dem sie sich zerstritten hat, gerät Leas Gedankenwelt vollständig ins trudeln. War Vince wirklich ihr Freund? Warum kann sie sich noch nicht einmal daran erinnern?

Während des Lesens habe ich die ganze Zeit mit Lea mitgefiebert. Immer wenn scheinbar eine Spur aufgelöst war, ergaben sich durch Kleinigkeiten neue Rätsel und Fragen. Dabei hat der Autor es geschafft, durchweg die Spannung zu halten.

Das ein oder andere Mal war mich die falsche Spur zu plump und offensichtich. Auch gab es kleine Ungereimtheiten, die für die Geschichte nicht nötig gewesen wären, aber dazu führten, dass ich nochmal einige Seiten nochmal gelesen habe, um zu sehen, ob ich etwas überlesen hatte.

Insgesamt ist das Buch aber schlüssig und alle Spuren nachvollziehbar. Das Miträtseln macht Spaß und durch dichte Geschehen bricht die Spannung auch zu keiner Zeit ab.

Ein Lesegenuss für alle Thrillerfans, die auch kleine Fehler dem Autoren verzeihen können. Ich freue mich schon auf weitere Bücher des Autoren.




Titel: Rissiges Eis
Autor: Axel Hollmann
Verlag: Edition M
Format: Taschenbuch
Umfang: 352 Seiten
ISBN: 978-1503945678

Preis: 9,99€

eBook: 4,99 €


Montag, 14. November 2016

Nora und die Novemberrosen von Tania Krätschmar [Rezension]

Dies ist das erste Buch der Autorin Tania Krätschmar, das ich gelesen habe. Bislang kannte ich sie nicht, doch das Cover und der Klappentext haben mich angesprochen. Nun, nachdem ich das Buch durchgelesen habe, weiß ich, dass ich auch die anderen Bücher der Autorin lesen möchte. Dabei hoffe ich, dass sie sich ähnlich lesen, wie dieses hier.
Inhalt:
Der Duft von weißen Rosen, eine alte Gärtnerei und ein schicksalhaftes Erbe …
Als Nora und ihre drei Freunde eine verlassene Gärtnerei in der Mark Brandenburg entdecken, beschließen sie: Sie werden die verkrauteten Beete beackern, die maroden Gewächshäuser bepflanzen und sich hier ihr eigenes Paradies schaffen. Doch die Verwaltung findet das nicht akzeptabel und sperrt die vier aus. Ist der Traum verblüht? Keineswegs: Kurzerhand besetzen Nora und die Novemberrosen die alte Gärtnerei. Plötzlich sprießen Schlagzeilen, die Zahl ihrer Unterstützer wuchert – auch wenn das verwunschene Grundstück das Geheimnis seiner Vergangenheit noch längst nicht preisgegeben hat …
Tania Krätschmar entführt mich in diesem Buch nach Berlin und in die Mark Brandenburg. Doch nicht nur örtlich in eine andere Gegend, sondern verknüpft sie die Gegend mit Bezügen zur Geschichte des Gebietes und wie es die Menschen geprägt hat.
Natürlich waren mir die im Buch vorkommenden Aspekte der neueren deutschen Geschichte bekannt, doch bislang eher in Form von Sachbüchern. Der Bogenschlag von der NS- Zeit über die DDR-Geschichte bis zur heutigen Zeit gelingt und geschieht beiläufig. Frau Krätschmar versteht es diese verschiedenen Epochen mit ihren Auswirkungen in eine liebevolle und harmonische Geschichte einzuarbeiten.
Die Vergangenheit fließt, bis auf dem Prolog, nebenbei ein und ergänzt so die Erzählung und rundet sie ab.
Mir gefällt der Schreibstil und wie sie Realität mit Träumen, Vergangenheit mit Gegenwart vermischt.
Nora, eine junge allein erziehende Mutter, verliert ihre Arbeitsstelle. Aufgefangen wird sie auch bei diesem Schicksalschlag durch ihre Hausmitbewohnter, die trotz ihres höheren Alters ihre Freunde sind und sie gerne unterstützen. Denn alle lieben Noras Tochter Fanny.
Im Laufe der Geschichte erzählt Tania Krätschmar sehr eindrucksvoll und fesselnd erzählt, welche Geheimnisse die alte Gärtnerei verbirgt und welche Auswirkungen dies auf alle haben wird.
Auf eine ruhige, fesselnde Art hat die Autorin in diesem Buch vieles vereint. Besonders die wichtigen Aspekte des Lebens, sei es Zusammenhalt, sich gegenseitig zu unterstützen und Freundschaft. Aber auch, dass Träume wahr werden können und die Liebe nicht nach dem Alter fragt.
Das Buch hat mich in eine Wohlfühlwelt entführt, die mir gefallen hat.

Titel: Nora und die Novemberrosen

Autor: Tania Krätschmar

Verlag: Blanvalet

Format: Taschenbuch

Umfang: 336 Seiten

ISBN: 978-3734102424

Preis: 9,99€

eBook: 8,99 €


 

Über die Autorin : Tania Krätschmar Tania Krätschmar(Autorin)

Tania Krätschmar wurde 1960 in Berlin geboren. Nach ihrem Germanistikstudium in Berlin, Florida und New York arbeitete sie als Bookscout in Manhattan. Heute ist sie als Texterin, Übersetzerin, Rezensentin und Autorin tätig. Sie hat einen Sohn und lebt in Berlin.


In freundlicher Kooperation mit RandomHouse

Montag, 7. November 2016

Das Café der guten Wünsche von Marie Adams [Rezension]


Ein Buch, das einlädt zu verweilen. Wer wünscht sich nicht ab und an einen Ort zu besuchen, bei dem auf besondere Art und Weise an einen gedacht wird. Julia und Ihre Freundinnen haben mit dem Cafe Juliette einen solchen Ort geschaffen, einen Ort, den sie selbst nur „Cafe der guten Wünsche“ nennen.

Inhalt:

Glück fällt nicht vom Himmel – aber manchmal ist es trotzdem zum Greifen nah …

Julia führt mit ihren Freundinnen Laura und Bernadette ein kleines Café mit einem ganz besonders charmanten Konzept: Jedem Gast wird heimlich ein guter Wunsch hinterhergeschickt. Julia wundert sich nicht, dass alle Gäste das Café glücklicher verlassen, schließlich glaubt sie an die Macht der guten Gedanken – die auch ihre große Liebe Jean zurückbringen soll. Alle anderen Männer hält sie deshalb auf Abstand – bis Robert sich mit (anfangs) unlauteren Mitteln in ihr Herz schleicht. Ist es seine Schuld, dass auf einmal manches schiefläuft? Oder braucht sie nicht nur Glück, sondern auch eine große Portion Mut, um sich wirklich auf die Liebe einzulassen?

 

Ich muss gestehen, dass das Buch bei mir Erwartungen bezüglich seines Inhalts geweckt hat. Erwartet hatte ich einen Wohlfühlroman, der in einem Cafe spielt und bei dem die Gäste mit ihren Wünschen und Träumen eine Hauptrolle spielen. Doch meine Erwartungen wurden nicht erfüllt. Zwar zog sich das Thema wie ein roter Faden durch das Buch, doch ging es mehr um die Liebesgeschichte(n) von Julia, als um das Cafe und seine Gäste.

Nach kurzer Zeit war ich dennoch in der Geschichte drin, aber richtig gefesselt hat sie mich nicht. Besonders Julia hat mich als Person irgendwann leicht genervt, ebenso wie ihr Bruder Nick. Nick, der reine Zahlenmensch, steht seiner Schwester als Gegenpol gegenüber. Julia lebt dagegen in einer rosaroten Welt, in der schon alles irgendwie gelingt, wenn man nur positiv denkt. Zwar versucht die Autorin zwischendurch zu zeigen, dass auch Julia einen gewissen Realitätssinn hat, doch dieses wirkte auf mich immer sehr erzwungen. Selbst als das Cafe zeitweise schließen muss, auf Grund von Renovierungsarbeiten, fängt Julia nicht an sich der Realität zu stellen, sondern ihr denken dreht sich noch immer überwiegend um die Frage, wer nun Ihre große Liebe ist – Jean, der Franzose, mit dem sie vor drei Jahren einen Tag verbracht hat und seit dem liebt oder dem Macho Robert, der durch seine Wohnungsnot ihr Mitbewohner wurde.

Es ist ein schönes Buch, vor allem das Cover liebe ich, aber nichts Großartiges. Die Idee hat mir gefallen, deren Umsetzung und die Schwerpunkte des Buches weniger. Auch wenn mich das Buch nicht begeistert, waren es trotzdem schöne Lesestunden.

 

Titel: Das Café der guten Wünsche

Autor: Marie Adams

Verlag: Blanvalet

Format: Taschenbuch

Umfang: 336 Seiten

ISBN: 978-3734102783

Preis: 8,99€

eBook: 7,99 €


 

 

Über die Autorin : Marie Adams (Autorin)

Marie Adams veröffentlichte unter anderem Namen (u.a. Daniela Nagel)  bereits Romane – in denen es darum geht, die Liebe nach Jahren durch den Alltag zu retten und das Familienchaos zu meistern. Umso mehr Freude hat sie nun daran, ein Liebespaar auf fast märchenhafte Weise erst einmal zusammenzubringen – schließlich weiß sie aus eigener Erfahrung, wie irrational das Glück manchmal arbeitet.


 
In freundlicher Kooperation mit RandomHouse

Mittwoch, 2. November 2016

Du. Für Immer. von Emma Wagner [Rezension]


Mittlerweile habe ich viele Liebesromane gelesen. Doch die wenigsten sind wirklich gut. Unterhaltend ja, aber mehr auch nicht. Dieses Buch ist wunderbar geschrieben und erzählt nicht nur von einer wahren, einzigartigen Liebe, sondern geht weit darüber hinaus. Es erzählt über das Aufwachsen als Aussenseiter, von der Eigen- und der Fremdwahrnehmung. Dabei hat es mich tief berührt.
Inhalt:

Wie viel kann wahre Liebe verzeihen?
Die Ehe der Künstlerin Anna mit dem zurückhaltenden Oliver steckt in der Krise. Seit Jahren bleibt ihr gemeinsamer Kinderwunsch unerfüllt und überdies ist Olivers wohlhabende Familie nach wie vor der Überzeugung, dass Anna nicht die richtige Partie für ihren Erben ist.
Der Tod ihrer ehemaligen Kunstlehrerin und Freundin Carol bringt Anna zurück an den Ort, an dem sie ihre Kindheit verbracht hat. Dort trifft sie auf ihre Jugendliebe Marc.
Marc mit den feurigen braunen Augen. Marc mit der großen Sehnsucht nach Abenteuern. Marc, mit dem Anna ein dunkles Geheimnis verbindet.
Anna muss sich ihrer Vergangenheit stellen. Hat sie damals die richtige Entscheidung getroffen? Für wen schlägt ihr Herz heute? Und was hat ihre Mutter ihr verschwiegen?
Eine berührende Geschichte von Vertrauen und Verrat, Freundschaft und Feindschaft, zerstörten Hoffnungen und neuen Träumen – und der ganz großen Liebe.
Ja, das Buch hat mich tief ergriffen. Schon lange habe ich kein Buch mehr gelesen, das mich so emotional berührt hat. Die Handlung und die Spannung hat mich immer mehr in die Geschichte gezogen. Ich konnte und wollte das buch nicht aus der Hand legen. Dabei hat mich weniger die eigentliche Geschichte berührt, sondern vieles das nebenbei eingeflossen ist.
So steckt Annas Ehe in einer Krise und sie begegnet Ihrer Jugendliebe wieder. Was kann und muss eine Ehe aushalten? Wie steht man auch in einer Krise zu seinem Partner? Mit seinem Partner / Ehemann wächst man im Laufe der Jahre zusammen, kennt seine Eigenarten etc. – Ist es eine junge Liebe oder Verliebtheit oder Begehren es wert dieses aufzugeben?
Anna, die in ihrem Kindheitsort Außenseiterin war, erleben wir in mehreren Zeitebenen. Die Geschichte erzählt die Gegenwart, wechselt aber immer wieder in die Vergangenheit und deckt so nach und nach die Hintergründe für das gegenwärtige Handeln aller Protagonisten auf. Dabei zeigt sich, dass ohne man so manches Handeln erst in der Reflektion der Vergangenheit nachvollziehen kann.
Der Roman ist locker leicht geschrieben, der Inhalt ist es nicht immer. Mich hat er tief berührt und sogar dafür gesorgt, dass mir an der ein oder anderen Stelle die Tränen kamen.
Titel: Du.Für immer.
Autor: Emma Wagner
Format: ebook
Umfang: 320 Seiten
Ebook: 0,99 EUR