Montag, 29. August 2016

Töte mich von Valeska Reon [Rezension]


Die Autorin Valeska Reon hat mit „Töte mich“ einen Thriller geschrieben, der sich von der Masse der bekannten Büchern des Genres abhebt. In dem Werk läßt Valeska Reon den Leser nicht nur an der Arbeit der Auftragskillerin teilhaben, sondern er taucht auch ein in die Gedankenwelt einer skurillen Arbeitswelt und einem einzigartigen Umfeld, die sich am Rande der Gesellschaft befindet.

Inhalt:
Karla Bernhardt ist eine Auftragskillerin, eine der besten ihrer Branche. Ihre Spezialität: wie ein Chamäleon schafft sie es, in immer andere Rollen zu schlüpfen und ihre Morde wie „natürliche“ Tode aussehen zu lassen. Doch dann passiert das Unvorhergesehene: sie verstößt gegen einen ihrer Grundsätze und verliebt sich in Tom, den Schwager eines ihrer Mordziele. Und als ob das alles noch nicht genug wäre, lernt sie die Hackerin Agnetha Reiser sowie die jüdische Psychotherapeutin Susannah Rosenbaum kennen, wobei jede Karla auf ihre ganz eigene Art und Weise zu beeinflussen versucht.
Wer sind diese geheimnisvollen Frauen und was haben sie mit dem perfiden Mordkomplott zu tun, in dem Karla plötzlich als die Hauptverdächtige dasteht?
 
Dieses Buch hat Valeska Reon nicht einfach geschrieben, sondern komponiert. Das gesamte Buch zeichnet sich durch eine unkonventionelle Erzählstruktur aus. In Episoden erzählt wird von dem Mordkomplott in das die Karla Bernhardt gerät erzählt. Gerade die erste Hälfte des Buches hat ein hohes Tempo, die Episoden sind  knapp und kurzgefasst – das Leben einer Auftragskillerin – zuschlagen und verschwinden - schnell. Es erfolgt zwischen den Episoden kein weicher Übergang – sondern harte Schnitte – inhaltliche Cuts. Gegenwart – Vergangenheit…
Ist die erste Hälfte durch harte Schnitte gekennzeichnet, wandelt es sich in der zweiten Hälfte zu einer fließenderen, durchgehenden  Erzählung. Diese Erzählstruktur spiegelt den Inhalt gut wieder. Zunächst das harte Leben einer Killerin, die von Auftrag zu Auftrag eilt, deren Lebensstruktur durch die Mordaufträge getaktet wird, dann der fließende Übergang zu dem Mordkomplott…
Hier weiter auf den Inhalt einzugehen, vernichtet das Lesevergnügen, denn gerade von dem unerwarteten Inhalt, der nun folgt lebt das Buch.
Doch soviel sei verraten: das Buch überrascht. Mit seiner ungewöhnlichen Art gefällt es und hebt sich ab von den vielen Thriller, die es zurzeit auf dem Buchmarkt gibt. Doch bleibe ich immer wieder bei dem Gedanken hängen – ist es wirklich ein Thriller? Oder nicht doch eher…. (nein kein Liebesroman – aber mehr zu verraten wäre zu viel).
Die Figur der Karla Bernhardt fasziniert in allen Facetten. Dagegen bleiben andere Protagonisten blass. Auch wenn diese eigentlich wichtig sind, fehlt die Tiefe. Dadurch wirken sie ebenfalls, wie Episoden in Karlas Leben, das auch episodenhaft verläuft.
Der unkonventionelle Erzählstil ist die Stärke des Buches, doch holt die Autorin dabei nicht alles heraus, so dass ein guter Thriller dabei herausgekommen ist – aber kein überragender.
Titel: Töte mich
 
Autor: Valeska Reon
 
Verlag: SWB Media Publishing
 
Format: Taschenbuch
 
Umfang: 320 Seiten
 
ISBN: 978-3946686026
 
Preis: 12,80 €
 
 

Freitag, 26. August 2016

Die Lilie von Bela Vista von Sylvia Lott [Rezension]

Die Bücher von Frau Lott waren für mich die richtige Sommerlektüre. Leichte, lockere Unterhaltung, die zu warmen Sommertagen passte.
Inhalt:
Als die Hamburger Modedesignerin Josie das antike Collier ihrer Großtante erbt, ahnt sie nicht, dass dieses auf eine dramatische Liebesgeschichte zurückgeht – und ihr Leben verändern wird. Idar-Oberstein, 1830. Sophies Verlobter ist wie so viele Männer nach Brasilien ausgewandert – und entdeckt dort Edelsteine. Als Karl nicht kommt, um Sophie wie versprochen in die neue Heimat zu holen, ahnt sie, dass er ihre Hilfe braucht. Kurzentschlossen reist sie ihm hinterher und wird in einem Indiodorf im Dschungel fündig. Doch Karls langes Schweigen hat Gründe, die Sophie erst langsam durchschauen wird ...
 
Viele Autoren haben einen Schreibstil, der sich in den Büchern immer wiedefindet. Deshalb bleibe ich als Leserin auch Autoren treu. So auch Sylvia Lott.
In allen ihren Büchern, die ich bisher gelesen habe, wird die Geschichte auf zwei (oder mehr) Zeitebenen erzählt und so die Familiengeschichten der Protagonisten jeweils von der Gegenwart mit der Vergangenheit verknüpft.
Das dies so ist, ist nicht negativ, sondern vermittelt mir als Leser, dass ich weiß oder ahne, wie das Buch sein wird. Es ist eine angenehme Verlässlichkeit und war für mich auch der Grund dieses Buch von Sylvia Lott zu lesen.
Doch auch bei diesem Buch von Sylvia Lott hardere ich mit dem Titel. Er erfasst nicht den Inhalt und wirkt auf mich eher abschreckend, vermittelt er mir doch inhaltlich eine sommerliche-romantische Liebesromanze. Das Cover verstärkt diesen Eindruck noch. Doch damit wird es dem Inhalt nicht gerecht, denn es umfasst mehr als die Liebesgeschichte von Karl und Sophie oder die von Josie. Denn es wird die Familiengeschichte erzählt, die Sophie und Josie verbindet. Hinter dieser Familiengeschichte steckt aber sehr viel mehr, als ich zunächst vermutet habe, denn die Familiegeschichet ist auch eine Geschichte der Edelsteine und deren Verarbeitung im Hunsrück. So fließt ganz nebenbei sehr viel Fachwissen über Edelsteine ein, deren Eigenschaften und Verarbeitung, sowie Herkunft und Unterschiede. Mir hat es gezeigt, dass es eine sehr interessante Welt ist, die sich hinter den glitzernden Auslagen der Juweliergeschäfte verbirgt. Frau Lott beschreibt dies so detailliert und faszinierend, dass bei mir wärhrend des Lesens der Wunsch bestand mehr über Edelsteine und alles damit zusammenhängende erfahren zu wollen. Man merkt, dass in dem Buch viel Fachwissen und Recherchen drin stecken. Doch fließt dieses so nebenbei ein, dass es das Buch bereichert ohne zu belehren, sondern die Geschichte komplettiert.
Keine der beiden Erzählebenen überwiegt, sondern sie ergänzen sich. Auch wenn die Autorin versucht beide Geschichten spannend zu erzählen, habe ich die Geschichte von Josie mehr als Rahmen- und Liebesgeschichte empfunden, bei der einiges vorhersehbar war. Die Lebensgeschichte von Sophie hingegen, war spannend, mit Überraschungen und unerwarteten Wendungen und vielen geschichtlichen Details, die mir nicht bekannt waren.
Mein Fazit: Ein rundum gelungenes Buch das mich wieder sehr gut unterhalten hat und bei dem ich entspannt vom Alltag abschalten konnte.
Titel: Die Lilie von Bela Vista
Autor: Sylvia Lott
Verlag: blanvalet
Format: Taschenbuch
Umfang: 576 Seiten
ISBN: 978-3734100581
Preis: 9,99 €
eBook: 8,99 €



Montag, 22. August 2016

Die Phileasson Saga - Nordwärts von Bernhard Hennen, Robert Corvus [Rezension]


Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, musste oder durfte ich feststellen, dass es nicht einfach nur eine neue Fantasy-Serie ist, sondern zu dem Rollenspiel DSA (Das schwarze Auge) gehört. Also wer DSA oder Aventurien kennt, wird dieses Buch ganz anders lesen, als ich es getan habe, die DSA nur dem Namen nach kennt. Wer also aus der Rollenspiel – Ecke kommt, sollte lieber andere Rezensionen lesen als meine, denn ich habe das Buch ohne Rollenspielkenntnisse gelesen.


Inhalt:
Raubeinige Helden, gefährliche Magie und eine atemberaubende Queste – Nordwärts ist der geniale Auftrakt zu einer großen neuen Fantasy-Serie
Sagen und Mythen ranken sich um die legendäre Rivalität zwischen Asleif Phileasson, den sie nur den Foggwolf nennen, und Beorn dem Blender. Nun soll eine Wettfahrt entscheiden, wer von beiden der größte Seefahrer aller Zeiten ist und sich König der Meere nennen darf. In achtzig Wochen müssen die beiden Krieger den Kontinent Aventurien umrunden und sich dabei zwölf riskanten Abenteuern stellen. Abenteuern, die nur die abgebrühtesten Helden zu bestehen vermögen. Es ist der Beginn des größten und gefährlichsten Wettlaufs aller Zeiten ...


Die Grundidee des Buches ist nicht neu, sondern wird seid Jules Vernes „In 80 Tagen um die Welt“ immer wieder aufgegriffen. Zwei Drachenschiffkapitäne sollen in einer Wettfahrt um Aventurien unter Beweis stellen, wer von Ihnen der beste Kapitän ist. Dazu sollen sie bei der Wettfahrt vorgegebene Aufgaben lösen. Die erste davon ist, dass jeder Kapitän mit einer neu zusammengestellten Manschaft segeln muss, der keiner seiner bisherigen Besatzung angehören darf.

Soweit auch der Klappentext. Zu Beginn des Buches herrschte bei mir etwas Verwunderung, hatte der Prolog zu Beginn scheinbar mit dem vermeintlichen Inhalt nichts zu tun. Immerhin umfasst der Prolog 80 Seiten. Das macht bei anderen Autoren schon ein ganzes Buch aus. Erst später im Buch zeigt sich an der einen oder anderen Stelle wofür die Vorgeschichte / der Prolog notwendig ist. Nicht in Gänze, doch für die ein oder andere Entscheidung der Protagonisten. Ob es auch tiefere Auswirkungen hat, wird sich wahrscheinlich erst in einen der nächsten Bücher zeigen. Denn für die kleinen Stellen, auf die der Prolog in diesem Buch eine Entscheidugen erklärt, z.B. warum Tylstyr sich entschließt sich Phileasson anzuschliessen ist der Prolog zu lang. Natürlich bietet der Prolog auch eine gute Möglichkeit Thorwald kennen zu lernen mit seinen Sitten und Gebräuchen, auch wenn es erst einmal nur in einem kleinen Fischerdorf an der Küste ist. Es zeigt mir als Leser, wie die Grundsätzliche Art der Menschen von Thorwald ist. Nach dem Prolog wird dieses Bild ein wenig gerade gerückt, als die Geschichte in einem größeren Ort weitergeht.

Die beiden Rivalen, Phileasson und Beorn, sind in ihrer Art als Kapitäne unterschiedlich. Phileasson ist eher Entdecker und Karteograph, wärend Beorn, seinen Schwerpunkt im erobern und plündern sieht. Dies zeigt sich auch in den Charakteren der beiden Männer. Jeder Mensch unterscheidet sich grundsätzlich von den Anderen, daher läßt sich anhand dieser Grundcharakteristika nicht sagen, ob einer der bösen oder guten Seite zuzuordnen ist. Doch in diesem Buch bleibt dieses leider nicht offen oder in Graubereichen, sondern von den Autoren wird von Beginn an vermittelt, dass Phileasson „der Gute“ und Beorn „der Böse“ ist. Das ist schade, denn ich hatte Beorn zunächst als raubeinig und hart wahrgenommen, der keinem Kampf ausweicht, jedoch nicht als „Böse“. Doch die Autoren „drängen“ ihn immer mehr auf diese Seite, vor allem durch den Elfen, der sich ihm anschliesst.

Hatte Tylstyr im Prolog noch Tiefgang, wird er im Rest des Buches nur am Rande erwähnt, während insgesamt die Charaktere sehr blass sind. Da hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht.

Der Prolog hat mich sofort gepackt und gefesselt. Als dann die eigentliche Geschiche begann, musste ich erst einmal umdenken und mich neu einlesen, denn es wirkte fast wie eine neue Geschichte. Das gelang mir recht schnell. Die Geschichte wird jedoch in zweit Strängen erzählt und der Wechsel von Phileasson zu Beorn und andersherum war nicht immer fließend. An einigen Stellen habe ich es als Bruch empfunden, als wenn etwas fehlt um die Geschichte und die Übergänge rund zu machen.

Dennoch hat mir das Lesen Spaß gemacht. Die Welt Aventuriens ist abwechslungsreich und in diesem Buch habe ich erst einen Bruchteil kennengelernt, denn der Weg von Phileasson und Beorn ist noch lang. Doch dies war schon sehr interessant. Ich bin sehr gespannt, was noch so alles folgt und die Autoren sich noch einfallen lassen. Eine Fantasyreihe, die viel Action hat, wenig Magie, andere Figuren als Menschen einfließen läßt, wie z.B. die Elfen, aber alles passend aufeinander abgestimmt.



Titel: Die Phileasson Saga - Nordwärts: Die Phileasson Saga

Autor: Bernhard Hennen, Robert Corvus

Reihe: Die Phileasson Saga

Verlag: Heyne

Format: Taschenbuch

Umfang: 496 Seiten

ISBN: 978-3453317512

Preis: 14,99€

eBook: 1,99 €


Samstag, 20. August 2016

Vorbereitung Frankfurter Buchmese [#FBM]

Es sind nur noch 2 Monate bis zur Frankfurter Buchmesse. Diese ist vom 19. - 23. Oktober 2016. Ich freue mich schon sehr darauf. So nach und nach kommen schon vereinzelte Termine.
Da wurde es Zeit auch meine Vorbereitung zu starten.
Wie auch die letzten Jahre gibt es wieder Lesezeichen zu meinem Blog.

Hier sind sie:




Freitag, 19. August 2016

So, wie die Hoffnung lebt von Susanna Ernst [Rezension]


Durch Zufall habe ich angefangen die Leseprobe zu "So wie die Hoffnung lebt" zu lesen. Dabei mag ich Leseproben gar nicht, denn gefällt mir das Buch, möchte ich es sofort weiterlesen. So ging es mir auch bei diesem Roman von Susanna Ernst.
Daher musste ich (mal wieder) sofort das Buch besorgen. Einmal angefangen hat es mich sofort in seinen Bann gezogen. Und ich habe tatsächlich die Nacht durchgelesen, ich konnte es nicht aus der Hand legen.

Inhalt:
Woran hältst du fest, wenn du alles verlierst?
Als sich Katie und Jonah kennenlernen, geschieht ein kleines Wunder: Der sensible Junge dringt mit viel Einfühlungsvermögen und seinem außergewöhnlichen Talent für die Malerei zu dem Mädchen durch, das sich nach einer fürchterlichen Familienkatastrophe von allem zurückgezogen hat und verstummt ist. Katie beginnt wieder zu sprechen. Doch als aus ihrer Freundschaft viele Jahre später zarte Liebe keimt, schlägt das Schicksal erneut zu …

 

„So, wie die Hoffnung lebt“ ist ein Buch, bei dem viele Emotionen nahe beieinanderliegen. Traurigkeit, Freude, Glück, Trostlosigkeit, aber auch Hoffnung. Gerade der erste Teil des Buches hat mich sehr berührt und zum Nachdenken gebracht. Katie und Noah sind durch Schicksalsschläge nicht mehr wie normale Kinder, sondern seelisch und / oder körperlich gezeichnet. Wie soll es auch anders sein, wenn man als einziger Überlebende/r einer Familienkatastrophe zurückbleibt?

Doch wie damit leben? Susanna Ernst schafft es einfühlsam solche Schicksale in einer Geschichte zu erzählen ohne reißerisch zu sein, sondern die vielen verschiedenen Gefühlsebenen zu zeigen. So auch, dass trotz schlimmster Schicksalschläge das Leben schön sein kann. Das es auch im tiefsten Elend Hoffnung gibt, Freundschaft und auch Liebe. Ja, das Leben kann gefühlt am absoluten Tiefpunkt sein, doch die Hoffnung ist da – für jeden. Als feinfühlige Botschaft hat Susanna Ernst dies im ersten Teil des Romans verpackt. Selten habe ich ein so ergreifendes Buch gelesen.

Aber es hat mich nicht nur unterhalten, sondern auch sehr nachdenklich gemacht. Denn wie oft liest oder hören wir Nachrichten, in denen von Tragödien wie schweren Verkehrunfällen oder Wohnungsbränden berichtet wird und die damit enden, dass Kind xy konnte gerettet werden. Hier in diesem Buch zeigt Susanna Ernst, wie das Leben solcher Kinder „danach“ aussehen kann.

Doch wie der Klappentext schon verrät, wird nicht alles gut. Das Schicksal meint es nicht gut mit Katie und Noah. Ich werde hier nichts weiter verraten, um nicht zu spoilern. Doch dieser Schicksalschlag ist in dem Buch ein zeitlicher Bruch. Er wird nicht sofort erklärt, sondern was passiert ist, erfahre ich als Leserin erst nach und nach. Von den Kindern Katie und Jonah springt die Geschichte 30 Jahre weiter zu den Erwachsenen Katie und Jonah.

Damit wandelt sich auch die Art der Geschichte. Sie ist immer noch sehr gefühlvoll, doch wird auch geheimnisvoller. Es überwiegen in der Grundstimmung andere Gefühle der Protagonisten wie Trauer, Verlust, Sehnsucht, aber auch hier immer noch Hoffnung. Es zeigt sich aber auch, dass solche Leben, Narben haben, die bleiben.

Die Geschichte wird spannend, fast wie ein Thriller. Die Spannung eines Thrillers ist definitiv vorhanden, doch durch die lockere, leichte und gefühlvolle Art zu schreiben fehlt die Härte, die Thriller oft ausmachen.

Titel: So, wie die Hoffnung lebt

Autor: Susanna Ernst

Verlag: Knaur

Format: Taschenbuch

Umfang: 480 Seiten

ISBN: 978-3426519059

Preis: 9,99€

eBook: 9,99 €




Donnerstag, 18. August 2016

In Nomine Dei (Sherlock Holmes Society, Band 2) von Sylvain Cordurié [Rezension]

Die Graphic Novel von „Die Keelodge-Affäre“ war der erste von zwei Teilen. Damit hatte ich einen guten Grund eine Buchhandlung aufzusuchen, denn den zweiten Teil wollte ich mir nicht entgehen lassen.
 

Inhalt:
Drei Jahre lang galt Sherlock Holmes offiziell als tot. Nicht einmal Dr. Watson, sein engster Vertrauter, wusste, dass der Meisterdetektiv den vermeintlichen Todessturz am Reichenbachfall letztlich nur fingiert hatte. Nun ist er zurück und hilft gerade Scotland Yard, einen Nachahmer Jack the Rippers dingfest zu machen, als sein Bruder Mycroft ihn um Hilfe bittet. In einem abgelegenen irischen Küstenort grassiert eine grauenhafte Seuche: All seine Einwohner werden nach und nach verrückt und verwandeln sich in blutrünstige Kannibalen! Sherlock soll nun einem furchterregenden Verdacht nachgehen. Ist es möglich, dass hinter dieser Epidemie ein abgefeimtes Verbrechen steckt?
Die 'Sherlock Holmes Society' markiert einen Einschnitt in der Laufbahn des Königs der Schlussfolgerung. Nicht nur, dass er von nun an wieder in der Öffentlichkeit agiert. Gleichzeitig ist ihm klarer als je zuvor, dass er zuweilen auch Unterstützer braucht – die 'Society' eben. Was ein wenig wohl ebenso für den bewährten Autor des 'Sherlockversums', Sylvain Cordurié, gilt. Darum wird nun jedes Kapitel des neuen 'Society'-Zyklus von einem anderen Zeichner gestaltet – mit dem Ergebnis, dass die Ermittlungen von Sherlock deutlich schneller zum Ziel kommen. Seine Fans wird’s freuen.
 
Die Sherlock Holmes Society läuft im Splitter Verlag unter dem Label „Splitter Double“. Dahinter verbirgt sich nicht, dass die Geschichte auf zwei Bücher aufgeteilt ist, sondern dass jedes Buch aufgeteilt wurde und von zwei verschiedenen Zeichnern umgesetzt wurde. An beiden Bänden haben somit vier verschiedene Zeichner gearbeitet. Jeder Zeichner an einem Kapitel. Natürlich sieht man die Unterschiede im Zeichenstil, doch die Zeichner versuchen dennoch keine zu großen Unterschiede zu bilden. Die Atmosphäre und der düstere Stil bleiben durchgehend erhalten.
Beide Bücher zusammen in der Hand zu halten ist ein Genuß. Sind sie doch hochwertig verarbeitet als Hardcover, mit festem Papier und brillianten Farben. Der Preis der Bücher ist aus meiner Sicht damit gerechtfertigt.
Nachdem Dr. Watson in „Die Keelodge-Affäre“ verletzt wurde, spielt er in diesem Band eine Nebenrolle, da er bettlägerig wie er ist, von Sherlock Holmes besonders bedacht und beschützt wird. Sherlock Holmes ist somit auf sich allein gestellt und seine Eigenarten kommen stärker zum Vorscheinen, fehlt doch die mildernde Einwirkung von Dr. Watson auf Sherlock Holmes. Die bisherigen Sherlock Holmes Büchern, die ich gelesen haben, sind in der Regel who-dunnit-Krimis. Hier geht es im Gewissen Sinne auch um die Aufklärung eines Verbrechens, doch spielt sich alles im Phantastischen ab. Bewochner werden durch eine Seuche zu Zombies. Da passt es auch, dass die Geschichte noch mehr an Action und Tempo aufweist, als im erste Band. Dies ist nicht nur Bestandteil der erzählten Geschichte, sondern wird von den Zeichnern graphisch auf das Beste umgesetzt. Die Zeichnungen schaffen es die Action, das Tempo, das Grauen und die Düsternis als beklemmende Atmosphäre darzustellen und mich als Leser mitzureissen.
Für mich ein gelungener Abschluss und beide Bände zusammen eine „phantastische“ Geschichte. Ich werde bestimmt noch weitere Graphic Novels kaufen, denn diese haben mich überzeugt.
Titel: In Nomine Dei (Sherlock Holmes Society, Band 2)
Autor: Sylvain Cordurié (Autor), Alessandro Nespolino (Zeichner), Ronan Toulhoat (Zeichner)
Verlag: Splitter
Format: gebundene Ausgabe
Umfang: 122
ISBN: 978-3958392762
Preis: 22,80 €

Mittwoch, 17. August 2016

Alien - Der verlorene Planet: Roman von Christopher Golden

Mit dem Buch ergänzt sich meine kleine Sammlung von Alien - Bücher weiter. Wobei dieses Buch mich mit seinem Inhalt positiv überrascht hat, denn nach dem Klappentext habe ich mit einem etwas anderem Inhalt gerechnet.
Inhalt:
Ellen Ripley glaubte, die Aliens besiegt zu haben …
Als Ripley nach Jahrhunderten im All endlich zur Erde zurückkehrt, erfährt sie, dass die Menschen den Planeten Acheron kolonisiert haben. Acheron – besser bekannt als LV 426 – ist ein Planet, den Ripley nur allzu gut kennt, denn hier begegnete sie zusammen mit der Crew der Nostromo dem Xenomorphen, der tödlichen Kreatur, die als Alien in die Geschichte einging. Und der Kampf der Menschen gegen das Monster beginnt von Neuem ...

Bei einigen der Alien-Bücher, die ich schon gelesen habe, habe ich mich gefragt, warum Ellen Ripley unbedingt erwähnt werden oder die Hauptrolle spielen muss. So habe ich es auch in diesem Buch erwartet, doch ich wurde positiv überrascht. In diesem Buch geht es nicht um Ellen Ripley, sondern um die Entwicklung von LV-426 kurz vor dem 2. Film. Die Erwähnung von Ripley und ihre Einbindung in die Geschichte dient dem Leser eher zur zeitlichen Einsortierung. Diese Einbindung von Ellen Ripley zur eigentlichen Geschichte ist fließend und ergänzend. Als Leser erlebe ich so die Entstehung der Siedlung auf LV-426, der Probleme dort, aber auch wie die Gesellschaft dieser Kolonie funktioniert. Von Geburten bis letzendlich der Auslöschung eines Großteils der Siedler. In vielen Science Fiction – Büchern wird von Planetenkolonisierungen erzählt. Hier in diesem Buch wird eine Erstansiedlung beschrieben, Terraformer bei ihrem Tagwerk. Ebenso Erstkolonisten, die versuchen ihr Glück zu machen. Früher waren es Goldsucher, nun Erstbesiedler von Planeten, die versuchen seltene Mineralien oder Spuren / Beweise von anderen Lebensformen zu finden. Dabei versucht der Autor das harte Leben schonungslos zu zeigen. Einige der Siedler werden detailliert beschrieben, so dass diese Beschreibungen ein Gesicht bekommen.
Da jeder der die Filme kennt, weiß, dass Ellen Ripley das Kind Newt am Ende rettet, legt der Autor besonderes Augenmerk auf diese Familie und beschreibt anhand Ihrer den Alltag aber auch die Gemeinschaft der Kolonie.
Die Rahmen der Geschichte sind gesteckt durch die Einordnung zwischen den ersten und den zweiten Film, dennoch hat mich das Buch mit einigen Wendungen überrascht. Der Schreibstil des Autoren und die Ideen haben mich gut unterhalten. Einige Kleinigkeiten sind so offen, dass eine Fortsetzung möglich ist und hoffentlich kommt. Ich hoffe sehr noch mehr so gut geschrieben Alien-Bücher lesen zu dürfen. Gerne auch ohne Ellen Ripley, aber mit den Alien, denn irgendwo im All müssen sie ja ihren Ursprung haben und nicht nur auf LV 426 gelandet sein…..
 
Titel: Alien – Der verlorene Planet
Autor: Christopher Golden
Reihe: Alien
Originaltitel: Alien – River Of Pain
Verlag: Heyne
Format: Taschenbuch
Umfang: 352 Seiten
ISBN: 978-3453316171  
Preis: 8,99 €
eBook: 7,99 €