Sonntag, 13. September 2015

Metro 2034 von Dmitry Glukhovsky [Rezension]

Die düstere Welt der Moskauer Metro erfährt eine Fortsetzung. Auch nach der Atomaren Apokalypse existiert noch ein Rest der menschlichen Zivilisation, unter anderem in dem Netz der Moskauer Metro.





·Titel: Metro 2034
·Autor: Dmitry Glukhovsky
·Verlag: Heyne
·Reihe: Metro
·Erscheinungsdatum: 08. Dezember 2014
·Format: Softcover
·Umfang: 480 Seiten
·ISBN: 9783453633011
·Preis: 14,99 €
·eBook: 8,99 €
·zum Buch beim Verlag




Schon die Inhaltsangabe des Verlages verspricht eine düstere und spannende Fortsetzung:

"Stalker Hunter muss sich seiner bisher größten Herausforderung stellen

Wir schreiben das Jahr 2034. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Auch Moskau ist eine Geisterstadt. Die Überlebenden haben sich in die Tiefen des U-Bahn-Netzes zurückgezogen und dort eine neue Zivilisation errichtet. Eine Zivilisation, wie es sie noch nie zuvor gegeben hat …
An der Station Sewastopolskaja, die seit Tagen von der Verbindung zur Großen Metro abgeschnitten ist, taucht der geheimnisvolle Brigadier Hunter auf. Er nimmt den einsamen Kampf gegen die dunkle Bedrohung auf, der sich die Bewohner der Metro gegenübersehen, und bricht zu einer gefährlichen Expedition in die Tiefen des Tunnelsystems auf. An seiner Seite steht Homer, ein alter, erfahrener Stationsbewohner, der die Metro und ihre Legenden kennt wie kein anderer – und der seine Lebensaufgabe darin sieht, ihre Geschichte aufzuschreiben. Als die beiden auf die 17-jährige Sascha treffen, glaubt Homer, er habe in dem gebrochenen Helden und dem Mädchen das perfekte Paar für sein Epos gefunden – aber er darf sie in der Gefahr keine Sekunde aus den Augen lassen.
Dies sind die Abenteuer von Hunter, ehemaliger Soldat und nun einsamer Kämpfer gegen die dunkle Bedrohung, der sich die Bewohner der Metro gegenübersehen."


Ja, bei diesem Buch handelt es sich um die Fortsetzung von "Metro 2033" und schließt zeitlich auch daran an, wer aber die Fortsetzung der Geschichte von Artjom erwartet, wird hier enttäuscht, da hier die Geschichte einer anderen Person erzählt wird, nämlich dem Stalker Hunter, den man schon kennt, wenn Metro 2033 vorweg schon gelesen wurde. Dennoch läßt sich dieses Buch auch lesen, wenn man den Vorgängerband nicht kennt, da nur sehr rudimentär darauf Bezug genommen wird.


Wieder hat mich das Cover in seinen Bann gezogen, es wirkt auf mich genauso düster, gruselig und geheimnisvoll wie bei 2033 und spiegelt es die Stimmung des Buches wieder. Es passt absolut gut zu dem Buch und der Geschichte. Natürlich nur bei den Ausgaben, die ich gelesen habe (und deren Cover auch bei meinen Rezensionen zu sehen sind). Andere Ausgaben haben eine weniger düster-schönes Cover.


Moskau, verwüstete Geisterstadt nach einem weltweiten atomaren Krieg, ist die Oberfläche nicht mehr bewohnbar, doch unterirdisch, in der Metro leben die überlebenden Menschen des atomaren Krieges.

Der Prolog schildert diese Grundlage der Geschichte für alle Leser, die den Vorgängerband nicht kennen und führt gleich in die beklemmende, düstere Lebenswelt der Menschen ein. Denn die neue Lebenswelt ist das Metronetz, unterirdisch, von wenig Lampen erleuchtet. Die zivilisatorischen Errungenschaften werden versucht zu bewahren, doch das Abgleiten in die Barberei zeigt sich an vielen Ecken und Enden in der neuen Lebenswelt Metro.

Der Autor schafft es mit seinem Schreibstil den Leser zu fesseln, zugleich locker und lesbar zu schreiben, dabei aber die düstere, gruselige und geheimnisvolle Atmospäre einzufangen, und in den Handlungen und Gedanken der Protagonisten widerzuspiegeln.

Besonders gelingt ihm das mit eher philosophischen Fragen-/Gedankenspielen wie z.B. »Wie ergeht es Menschen, die von Geburt an blind sind: Träumen sie eine Welt, die der unseren ähnlich ist? Sehen sie überhaupt etwas im Traum?« oder dem Festhalten von Sascha an der Teebeutelverpackung mit einem stilisierten Bild von Bergen und Teeplantagen, an dem Sascha ihre Hoffnungen und Träume hängt, wobei das Bild eine Welt zeigt, die Sascha nie gesehen hat und auch nie wird sehen können.
Die philosophischen Phasen oder Abschnitte in dem Buch zeigen zum Einen die beklemmende Atmosphäre, da vor allem die Frage nach dem Sinn, z.B. "Warum leben wir? Wie werden wir in Zukunft leben? Hat die Menschheit eine Zukunft?" unter dem Aspekt betrachtet werden, dass die Erdoberfläche nicht mehr bewohnbar ist und nur noch die Metro als unwirtlicher Lebensraum bleibt und zum Anderen ist es die Abgrenzung vom Abrutschen in die Barbarei. Die auch immer wieder gezeigt wird, denn ein Menschenleben zählt in der Metro nichts.

Insgesamt hat D. Glukhovsky die Geschichte von dem Stalker Hunter nicht aus Hunters Sicht erzählt, sondern aus der Sicht seiner beiden Begleitpersonen Sascha und Homer. Dadurch erhält die Geschichte 2 unterschiedliche subjektive Sichtweisen.


Ich kann nicht sagen, welches Buch mir besser gefallen hat, tendenziell neige ich zu Metro 2033, obwohl bei Metro 2034 die Beschreibung der Metrowelt deutlich geringer und eher Teil der Handlung war und somit der Spannungsbogen der Geschichte besser gehalten wurde. Die Spannung ließ an den Stellen nach, in denen es philosophisch wurde. Aber wurde vom Autoren sehr schnell und gekonnt wieder aufgebaut.


Die eigentliche Geschichte von Metro 2034 hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen und ich konnte mich hervorragend in jede der Hauptpersonen hineinversetzen und deren Gedanken und Gefühle nachvollziehen. Dabei fand ich die Geschichte an sich nur mäßig interessant. Wobei es erstaunlich ist, wie der Autor es trotzdem geschafft hat mich dazu zu bringen, das Buch in kürzester Zeit durchzulesen und das mit viel Lesegenuss.

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